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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:lang="de-DE"><text xml:id="blume_000836" xml:lang="ger"><body><div1><div2 n="2"><p>die eigentlichen
						Indig-Pflanzen gedeihen nur im süd-<lb type="inWord" />lichern <name type="place" ref="gettyid:8697460">Schina</name>.</p>
               <p>Ueberhaupt ist es zum Bewundern, was sich die<lb />Schinesen für eine Fülle
						von einheimischen <hi rendition="#r">
                     <foreign xml:lang="lat">succeda-<lb type="inWord" />neis</foreign>
                  </hi> statt exotischer Bedürfniße,
						ausgefunden haben.<lb />So bedienen sie sich z. B. der Körner von einer
						Gattung<lb />des Fagara-Geschlechts statt Pfeffer. Sie schlagen<lb />ein ganz
						vortrefliches Oel aus den Apricosen-Ker-<lb type="inWord" />nen; und
						gemeinere Sorten aus den Saamen von<lb />Hanf, Sesam, Baumwolle, Rüben, <choice>
                     <expan>und</expan>
                     <abbr>u.</abbr>
                  </choice>
                  <choice>
                     <expan>anderen</expan>
                     <abbr>a.</abbr>
                  </choice>
                  <choice>
                     <expan>mehr</expan>
                     <abbr>m.</abbr>
                  </choice> Sie<lb />weben Zeuge aus <choice>
                     <orig>dem</orig>
                     <corr type="misprint">den</corr>
                  </choice> Saftgefäßen einer tauben Nes-<lb type="inWord" />sel, und machen
						Pappier aus mancherley Baumrinden,<lb />so wie aus Hanf, aus Reis-Stroh etc.
						etc. Die<lb />Frucht von einer zahmen Gattung des <hi rendition="#r">
                     <foreign xml:lang="lat">Momordica</foreign>
                  </hi>-<lb />Geschlechts dient ihnen
						statt Gurken. Eine Distel-<lb type="inWord" />gattung essen sie mit Reis, so
						wie das Täschelkraut<lb />im Salat. Aus dem <hi rendition="#r">
                     <foreign xml:lang="lat">Carthamus</foreign>
                  </hi> bereiten sie
						ihr<lb />feinstes Roth, als wozu sie sich nur sehr selten des<lb />Carmins
						bedienen. Die Eichelnäpfchen brauchen sie<lb />zum schwarzfärben; die Blätter
						der Esche als Sur-<lb type="inWord" />rogat für die vom weissen Maulbeerbaum
						zur Fütte-<lb type="inWord" />rung der Seidenraupen, <choice>
                     <expan>und</expan>
                     <abbr>u.</abbr>
                  </choice>
                  <choice>
                     <expan>dergleichen</expan>
                     <abbr>dergl.</abbr>
                  </choice>
                  <choice>
                     <expan>mehr</expan>
                     <abbr>m.</abbr>
                  </choice>
               </p>
               <p>Der Gebrauch des Rauch-Tobacks ist in <name type="place" ref="gettyid:8697460">Schina</name>
                  <lb />unter allen Ständen und bey
						beyden Geschlechtern<lb />allgemein. Zehnjährige und noch jüngere
						Mädchen<lb />haben immer die Pfeife im Munde.</p>
               </div2></div1></body></text></TEI>
