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      <fileDesc xml:id="jfb_000944">
         <titleStmt>
            <title type="uniform" xml:lang="ger">Medicinische Bemerkungen auf einer
					Schweizerreise</title>
            <title type="main" xml:lang="ger">Medicinische Bemerkungen auf einer Schweizerreise
					[1 Tl. v. 4 Tln.]</title>
            <author>
               <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/BlumenbachJ"
                         xml:id="JFB">
                  <surname>Blumenbach</surname>
                  <forename>Johann Friedrich</forename>
               </persName>
            </author>
            <editor>Projekt Johann Friedrich Blumenbach - Online der <orgName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_org/AdWzG" role="edt">Akademie der Wissenschaften zu Göttingen</orgName>
            </editor>
            <respStmt>
               <resp>Projektträger:</resp>
               <orgName xml:id="NAdWzG">Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen</orgName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung durch:</resp>
               <orgName xml:id="textloop">textloop Martina Gödel</orgName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Bearbeitung durch: </resp>
               <orgName xml:id="BjfbO">Bearbeiter des Projekts Johann Friedrich Blumenbach -
						online</orgName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>Elektronischer Volltext der online-Werkausgabe der Schriften Johann Friedrich
					Blumenbachs (Auszeichnung in TEI P5, BP-Level 5)</edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher xml:id="JFBOPublisher">
               <orgName role="hostingInstitution">Niedersächsische Akademie der Wissenschaften</orgName>
               <orgName role="project">Johann Friedrich Blumenbach – Online</orgName>
            </publisher>
            <pubPlace>Göttingen</pubPlace>
            <date type="publication" when="2025"/>
            <availability>
               <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">
                  <p>CC BY-SA 4.0</p>
               </licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <seriesStmt>
            <title level="s" type="main">Blumenbach - Online</title>
         </seriesStmt>
         <notesStmt>
            <note type="remarkDocument">Herstellung der Imagedateien des Quelldokuments durch das Göttinger Digitalisierungszentrum</note>
         </notesStmt>
         <sourceDesc>
            <bibl type="JA"/>
            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title
                         level="a"
                         type="uniform"
                         xml:lang="ger">Medicinische Bemerkungen auf
							einer Schweizerreise</title>
                  <title
                         level="a"
                         type="main"
                         xml:lang="ger">Medicinische Bemerkungen auf
							einer Schweizerreise</title>
                  <author>
                     <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/BlumenbachJ">
                        <surname>Blumenbach</surname>
                        <forename>Johann Friedrich</forename>
                     </persName>
                  </author>
               </titleStmt>
               <extent>
                  <measure>Bde.</measure>
                  <measure>16,5 cm</measure>
               </extent>
               <publicationStmt>
                  <publisher>
                     <persName
                               ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/DieterichJ"
                               role="pbl">
                        <surname>Dieterich</surname>
                        <forename>Johann Christian</forename>
                     </persName>
                  </publisher>
                  <pubPlace ref="gettyid:7005246">Göttingen</pubPlace>
                  <date when="1784">1784</date>
                  <date
                        type="Erscheinungsverlauf"
                        from="1783"
                        to="1795">1783-1795</date>
               </publicationStmt>
               <seriesStmt>
                  <title
                         level="j"
                         type="uniform"
                         xml:lang="ger">Medicinische
							Bibliothek</title>
                  <title
                         level="j"
                         type="main"
                         xml:lang="ger">Medicinische Bibliothek</title>
                  <biblScope unit="volume" n="1">Bd. 1</biblScope>
                  <biblScope unit="issue" n="4">4. St.</biblScope>
                  <biblScope unit="page" from="725" to="742">S. 725-742</biblScope>
               </seriesStmt>
               <notesStmt>
                  <note type="BibAnmerkung">1. Teil von 4 Teilen. Forschungsnotiz zu „einigen in
						der Schweiz einheimischen Krankheiten“ wie „Brüche“ und „Heimweh“. Anzeige
						dieses Stücks von Blumenbach in <hi rend="i">GAgS</hi> 1785 (10. Stück, 20.
						Januar), S. 89-90; „Göttingen“ [-&gt;265]. Der Abschnitt über „Brüche“ (S.
						725-732) befindet sich nahezu wortgleich in <hi rend="i">Chirurgische
							Bibliothek</hi>, Bd. 8 (1785), 1. Stück, S. 142-149 [-&gt;791].</note>
                  <note/>
               </notesStmt>
            </biblFull>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <idno>
                     <idno type="SUB_call_number">8 MED EPH 142</idno>
                     <idno type="CK_JFB_number">000944</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
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      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>Volltextdigitalisierung für das Projekt "Johann Friedrich Blumenbach - Online"
					der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <correction method="markup">
               <p>Corrigenda und Druckfehlerverzeichnisse wurden soweit vorhanden erfasst und
						zusätzlich über <gi>choice</gi> in die Texte eingearbeitet. Innerhalb von
							<gi>choice</gi> steht der korrigierte Wert in <tag>corr
							type="corrigenda"</tag> und der zu korrigierende Wert in
						<tag>orig</tag>. In der Editura-Basis HTML-Transformation wird zurzeit der
						Wert in <gi>corr</gi> realisiert.</p>
            </correction>
            <correction method="markup">
               <p>Bei der Erfassung eindeutig identifizierte Druckfehler wurden über
							<gi>choice</gi> gekennzeichnet. In <tag>corr type="misprint"</tag> wurde
						der korrigierte Wert erfasst und in <tag>orig</tag> der fehlerhafte Wert der
						Druckvorlage. In der textloop-Basis HTML-Transformation wird zurzeit der
						Wert in <gi>corr</gi> realisiert.</p>
            </correction>
            <normalization source="#NAdWzG" method="silent">
               <p>Bei der Zeichenerkennung wurde nach dem von der Akademie gelieferten Dokument
						"Buchstabenmuster_Blumenbach.doc" modernisiert.</p>
            </normalization>
            <normalization source="#NAdWzG" method="silent">
               <p>In Absprache mit der Akademie wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht
						erfasst:</p>
               <p>Bogensignaturen und Kustoden</p>
               <p>Kolumnentitel</p>
               <p>Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide
						zugunsten der Identifizeriung von <gi>titlePart</gi>s verzeichtet.</p>
               <p>Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.</p>
               <p>Sich widerholende Titelkupfer in Zeitschriften</p>
            </normalization>
            <normalization method="markup">
               <p>Textbereiche, die in Frakturvorlagen in Antiqua gesetzt waren, wurden als
							<tag>hi rendition="#r"</tag> ("roman") ausgezeichnet. Textbereiche, die
						in Antiquavorlagen in Fraktur gesetzt waren, wurden als <tag>hi
							rendition="#gothic"</tag> ausgezeichnet. (vgl. CSS-Definitionen in unten
						stehender <tag>tagsDecl</tag>)</p>
            </normalization>
            <quotation marks="some">
               <p>Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit
							<tag>quote</tag> ausgezeichnet. Eine Ausname bilden Zitate, bei denen
						das Anführungszeichen zu Beginn jeder Zeie wiederholt wird. Hier wurden die
						Wiederholungen des öffenenden Zeichens nicht übernommen, sondern jeweils nur
						das öffnende und das schließende Zeichen. Das umschließende Element
							<gi>quote</gi> wurde für diese Zitate über das Attribut <att>type</att>
						mit dem Wert <val>preline</val> gekennzeichnet.</p>
            </quotation>
            <hyphenation eol="all">
               <p>Weiche und harte Zeilentrennungen wurden als 002D übernommen. Weiche
						Zeilentrennungen wurden über die Ergänzung eines Attributwertes von den
						harten Trennungen unterscheiden: <tag>lb type="inWord"</tag>. Erstreckt sich
						die Worttrennung über einen Seitenumbruch steht das Element <gi>pb</gi>
						direkt hinter dem schließenden <tag>lb type="inWord"</tag> bzw.
							<tag>lb</tag>
               </p>
            </hyphenation>
         </editorialDecl>
         <tagsDecl>
            <rendition xml:id="r" scheme="css">font-family: "times new roman", times,
					serif;</rendition>
            <rendition xml:id="gothic" scheme="css">font-family: "times new roman", times,
					serif;</rendition>
            <rendition xml:id="sw" scheme="css">font-weight: bold</rendition>
            <rendition xml:id="hand" scheme="free">font-style: italic</rendition>
            <rendition xml:id="wide" scheme="css">letter-spacing: 2pt;</rendition>
            <rendition xml:id="center" scheme="css">text-align: center;</rendition>
            <rendition xml:id="no_indent" scheme="css">text-indent: none;</rendition>
            <rendition xml:id="indent-1" scheme="css">text-indent: -1em;</rendition>
            <rendition xml:id="indent-2" scheme="css">text-indent: -2em;</rendition>
            <rendition xml:id="indent" scheme="css">text-indent: 1em;</rendition>
            <rendition xml:id="right" scheme="css">text-align: right;</rendition>
            <rendition xml:id="left" scheme="css">text-align: left;</rendition>
            <rendition xml:id="l1em" scheme="css">margin-left: 1em;</rendition>
            <rendition xml:id="l2em" scheme="css">margin-left: 2em;</rendition>
            <rendition xml:id="l3em" scheme="css">margin-left: 3em;</rendition>
            <rendition xml:id="r1em" scheme="css">margin-right: 1em;</rendition>
            <rendition xml:id="hidden" scheme="css">display: none;</rendition>
            <rendition xml:id="small" scheme="css">font-size: .8em;</rendition>
            <rendition xml:id="x-small" scheme="css">font-size: x-small;</rendition>
            <rendition xml:id="xx-small" scheme="css">font-size: xx-small;</rendition>
            <rendition xml:id="large" scheme="css">font-size: large;</rendition>
            <rendition xml:id="x-large" scheme="css">font-size: x-large;</rendition>
            <rendition xml:id="xx-large" scheme="css">font-size: xx-large</rendition>
            <rendition xml:id="smcap" scheme="css">font-variant: small-caps</rendition>
            <rendition xml:id="i" scheme="css">font-style: italic</rendition>
            <rendition xml:id="b" scheme="css">font-weight: bold</rendition>
            <rendition xml:id="sup" scheme="css">font-size: .7em; vertical-align:
					super;</rendition>
            <rendition xml:id="sub" scheme="css">font-size: .7em; vertical-align:
					sub;</rendition>
            <rendition xml:id="ul" scheme="css">text-decoration: underline</rendition>
            <rendition xml:id="ulul" scheme="css">text-decoration: underline </rendition>
            <rendition xml:id="hls" scheme="free">horizontal line short; solid; align:
					center</rendition>
            <rendition xml:id="hll" scheme="free">horizontal line long; solid; align:
					center</rendition>
            <rendition xml:id="dhls" scheme="free">double horizontal line short; solid; align:
					center</rendition>
            <rendition xml:id="dhll" scheme="free">double horizontal line long; solid; align:
					center</rendition>
            <rendition xml:id="rabox" scheme="free">rectangular box; align: center</rendition>
            <rendition xml:id="ornament" scheme="free">printers ornament; align:
					center</rendition>
            <namespace name="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
               <tagUsage gi="div">Es wurden nur nummerierte <gi>div</gi>s genutzt.</tagUsage>
               <tagUsage gi="pb">Trägt obligatorisch die folgenden Attribute: <att>n</att> gibt
						die Originalseite der Vorlage wieder, <att>facs</att> ruft die
						Faksimiledatei auf, <att>xml:id</att> bildet für Seitenverweise eine ID aus
						dem Wert von <att>n</att> und einer laufenden Nummer. Wird <gi>pb</gi> in
						Fußnotentexten ein zweites Mal gesetzt, zählt die genannte ID eine Stelle
						hoch.</tagUsage>
            </namespace>
         </tagsDecl>
         <refsDecl>
            <p>Über das ODD-File "blumenbach_TEI_changedck_manuell.xml" wurde die
					Schemaerstellung gesteuert. Aktuell stehen alle Elemente der vier Grundmodule
					tei, core, textstructure und header zur Nutzung bereit. Zusätzlich alle Elemente
					des Moduls tagdocs und namesdates für die Dokumentation im teiHeader. Die von
					Editura ausgeschlossenen Elemente in den Modulen figures, transcr und linking
					wurden bei der Schemabearbeitung durch Blumenbach-online wieder aufgehoben.</p>
            <p>Folgende Attributwerte wurden für den Einsatz im Volltext im ODD-File
					"blumenbach_TEI_changedck_manuell.xml" näher bestimmt und bereitgestellt:</p>
            <p>Element <gi>pb</gi>: Für das Attribut <att>n</att> sind neben Seitenzahlen
					weitere zugelassene Werte definiert.</p>
            <p>Element <gi>lb</gi>: Mögliche Werte für das Attribut <att>type</att> sind als
					geschlossene Liste definiert.</p>
            <p>Element <gi>titlePart</gi>: Mögliche Werte für das Attribut <att>type</att> sind
					als geschlossene Liste definiert.</p>
            <p>Element <gi>div1</gi>: Mögliche Werte für das Attribut <att>type</att> sind als
					geschlossene Liste definiert.</p>
            <p>Element <gi>corr</gi>: Mögliche Werte für das Attribut <att>type</att> sind als
					geschlossene Liste definiert.</p>
         </refsDecl>
         <classDecl>
            <taxonomy xml:id="gnd">
               <bibl>Gemeinsame Normdatei (GND)</bibl>
            </taxonomy>
            <taxonomy xml:id="ddc">
               <bibl>Dewey Decimal Classification</bibl>
            </taxonomy>
            <taxonomy xml:id="getty">
               <bibl>Getty Thesaurus of Geographic Names</bibl>
            </taxonomy>
            <taxonomy xml:id="icc">
               <bibl>Iconclass</bibl>
            </taxonomy>
            <taxonomy xml:id="jfbo_genretypen">
               <bibl>Johann Friedrich Blumenbach - Online Genretypen</bibl>
            </taxonomy>
         </classDecl>
         <listPrefixDef>
            <prefixDef ident="gettyid"
                       matchPattern="([a-z]+)"
                       replacementPattern="http://vocab.getty.edu/tgn/#$1">
               <p>Projektinterne URIs mit dem Präfix "GettyId" können umgewandelt werden, damit
						sie auf einen Eintrag des <ref target="#Getty">Getty Thesaurus of Geographic
							Names</ref> zeigen.</p>
            </prefixDef>
            <prefixDef ident="gndid"
                       matchPattern="([a-z]+)"
                       replacementPattern="http://d-nb.info/gnd/#$1">
               <p>Projektinterne URIs mit dem Präfix "GndId" können umgewandelt werden, damit
						sie auf einen Eintrag der <ref target="#Gnd">Gemeinsamen Normdatei
							(GND)</ref> der Deutschen Nationalbibliothek zeigen.</p>
            </prefixDef>
            <prefixDef ident="iccid"
                       matchPattern="([a-z]+)"
                       replacementPattern="http://iconclass.org/#$1">
               <p>Projektinterne URIs mit dem Präfix "IccId" können umgewandelt werden, damit
						sie auf einen Eintrag des Klassifikationssystems <ref target="#Icc">Iconclass</ref> zeigen.</p>
            </prefixDef>
         </listPrefixDef>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <textClass>
            <classCode scheme="#Ddc">610</classCode>
            <keywords scheme="#Gnd">
               <term ref="GndId:4038243-6">Medizin</term>
            </keywords>
            <keywords scheme="#JFBO_Genretypen">
               <term>Gelehrte Nachricht</term>
            </keywords>
            <keywords scheme="frei">
               <term>18. Jahrhundert</term>
               <term>Hernien</term>
               <term>Schweizerkrankheit</term>
            </keywords>
            <keywords scheme="#Icc">
               <term ref="IccId:92F2911(+8)">Töchter des Aesculapius: Hygieia (+
					Attribute)</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change who="#textloop">Initiation, <date>Juli 2016</date>
         </change>
         <change who="#BjfbO" when="2022-05-04">Abschluss Tiefenerschließung</change>
         <change who="#BjfbO" when="2022-06-14">Ergänzung im Header</change>
         <change when="2024-02-01" who="#BjfbO">Normierung des publisher-Elements in sourceDesc</change>
         <change when="2024-04-15" who="#BjfbO">Nachtrag in der Beschreibung des Titelkupfers</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
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      <front>
         <divGen type="toc"/>
         <titlePage>
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            <docTitle rendition="#center">
               <titlePart type="main">
                  <hi rendition="#wide">Medicinische<lb/>Bibliothek</hi>
               </titlePart>
            </docTitle>
            <titlePart type="sub" rendition="#center">
               <hi rendition="#wide">herausgegeben<lb/>von</hi>
               <lb/>
               <hi rendition="#wide">
                  <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/BlumenbachJ">
                     <choice>
                        <expan>Johann</expan>
                        <abbr>Joh.</abbr>
                     </choice>
                     <choice>
                        <expan>Friedrich</expan>
                        <abbr>Friedr.</abbr>
                     </choice> Blumenbach</persName>
               </hi>,<lb/>der <choice>
                  <expan>Medicin</expan>
                  <abbr>Medic.</abbr>
               </choice>
               <choice>
                  <expan>Professor</expan>
                  <abbr>Prof.</abbr>
               </choice>
               <choice>
                  <expan>ordinarius</expan>
                  <abbr>ord.</abbr>
               </choice> zu <name type="place" ref="gettyid:7005246">Göttingen</name>.</titlePart>
            <titlePart type="sub" rendition="#center">
               <hi rendition="#wide">Ersten Bandes
						viertes Stück</hi>.</titlePart>
            <figure xml:id="tx000944_001a">
               <graphic url="images/tx000944_001a"/>
               <figDesc>Die Vignette zeigt eine stehende Hygieia, mit dem linken Fuß auf auf
						einem Altar. Um ihren rechten Arm windet sich eine Schlange, die sie aus der
						Patera in ihrer linken Hand speist. Das Motiv beruht wohl auf einem
						Gemmenabdruck in Gips aus der Daktyliothek Philipp Daniel Lipperts
						(1702-1785). S. <hi rendition="#i">Dactyliothecae universalis signorum
							exemplis nitidis redditae chilias sive scrinium milliarium ...:</hi>
						expressit ordinavit edidit Philippus Dan. Lippert Dred. Stylum adcomodabat
						intelligendis que per coniecturam argumentis litteras nonnullas praefatus
						quoque de rei gemmariae veteris gratia singulari Ioh. Frider. Christius
						Prof. Artium Publicus. Band 2, Lipsiae: Breitkopf (1756), S. 27, Nr. 250. (Eine
						Abbildung des Abdrucks findet sich hier:
						https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/HJQKB5OVWWP3QDJ7QCRQBOVHHR67NDB5.)
						Die Wiedergabe des Maßstabs zu Originalbreite und -höhe der Gemme unterhalb
						des Ovals legt allerdings nahe, dass der Künstler die Abbildung derselben
						Nr. LVII in Jean Pierre Mariettes <hi rendition="#i">Traité Des Pierres
							Gravées</hi> (Paris, 1750) konsultiert hat, s. Bd. 2, Abb. LVII.
						Allerdings nahm er sich die Freiheit, die Hygieia mit einem Schälchen in der
						linken Hand darzustellen, aus dem sie die Schlange füttert. Zwischen Oval
						und Maßstab ist das Kürzel G. f. gerade lesbar.</figDesc>
            </figure>
            <milestone rendition="#hll" unit="section"/>
            <epigraph rendition="#center">
               <p>
                  <quote>Prüfet alles, und das Gute behaltet.</quote>
                  <note type="editorial">Originalzitat: <quote>„Prüfet aber alles; und das gute
								behaltet.“</quote>
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:BIBLIA1735a">
                           <hi rendition="#i">Biblia</hi>. Erfurt: Jungnicol, 1735. 1
									Thess. 5, 21, hier S. 321.</ref>
                     </bibl>
                  </note>
               </p>
            </epigraph>
            <milestone rendition="#dhll" unit="section"/>
            <docImprint rendition="#center">
               <hi rendition="#wide">
                  <name type="place" ref="gettyid:7005246">Göttingen</name>,<lb/>bey <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/DieterichJ">Johann Christian
							Dieterich</persName>
               </hi>,<lb/>
               <docDate rendition="#wide">
                  <date when="1784">1784</date>
               </docDate>.</docImprint>
         </titlePage>
      </front>
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         <div1>
            <pb n="[725]" facs="images/00000002.tif" xml:id="pb725_0001"/>
            <head rendition="#center">Medicinische Bemerkungen auf
					einer<lb/>Schweizerreise.</head>
            <ab type="typography">***</ab>
            <p rendition="#no_indent">Ich habe den vorjährigen Sommer auf
					einer<lb/>Schweizerreise zugebracht, und hoffe daß es<lb/>den Lesern nicht
					unangenehm seyn wird, hier zu<lb/>Zeiten einige der medicinischen Bemerkungen zu
						fin-<lb type="inWord"/>den, die ich während derselben beyläufig zu ma-<lb type="inWord"/>chen Gelegenheit gehabt.</p>
            <p>Dießmal ein Wort von einigen in der <name type="place" ref="gettyid:7011731">Schweiz</name>
               <lb/>einheimischen Krankheiten. – Und zwar zuerst<lb/>von den
					Ursachen der durchgehends in den <name type="place" ref="gettyid:7007746">Alpen</name>,<lb/>besonders aber in den sogenannten kleinen Canto-<lb type="inWord"/>nen beym männlichen Geschlecht so ausnehmend<lb/>häufigen <hi rendition="#sw">Brüche</hi>
               <note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
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                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb725_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:FREYTAG1721a">
                           <hi rendition="#r">
                              <choice>
                                 <expan>Iohannes</expan>
                                 <abbr>I.</abbr>
                              </choice>
                              <choice>
                                 <expan>Henricus</expan>
                                 <abbr>H.</abbr>
                              </choice>
                              <hi rendition="#smcap">
                                 <hi rendition="#wide">Freytag</hi>
                              </hi>
                              <hi rendition="#i">
                                 <choice>
                                    <expan>dissertatio</expan>
                                    <abbr>diss.</abbr>
                                 </choice> de oscheo-entero- et bubono<lb/>cele Helvetiae
											incolis frequentibus.</hi>
                              <choice>
                                 <expan>Argentorati</expan>
                                 <abbr>Argent.</abbr>
                              </choice>
                           </hi> 1721</ref>
                     </bibl>.</p>
               </note>.</p>
            <pb n="726" facs="images/00000003.tif" xml:id="pb726_0001"/>
            <p>Ihre Menge läßt sich schon daraus schließen,<lb/>daß, wenigstens vordem, die
						<name type="place" ref="gettyid:7011731">Schweiz</name> das
					rechte<lb/>Ablager der umherziehenden Bruchschneider war,<lb/>die bekanntlich
					mit Exstirpation des Testikels ope-<lb type="inWord"/>rirten, so daß sich daher
						<persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/HallerA">Hr. <hi rendition="#sw">von Haller</hi>
               </persName> dieser<lb/>seiner
					verstümmelten Landsleute nebst den Hotten-<lb type="inWord"/>totten als einer
					wichtigen Instanz gegen die <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/BuffonG">Büf-<lb type="inWord"/>fonischen</persName>
               <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="fre">molecules</foreign>
               </hi> und <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="fre">moules interieurs</foreign>
               </hi>
						be-<lb type="inWord"/>dient<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb726_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:HALLER1768a">
                           <hi rendition="#r">
                              <hi rendition="#i">
                                 <choice>
                                    <expan>Opera</expan>
                                    <abbr>Oper.</abbr>
                                 </choice>
                                 <choice>
                                    <expan>minora</expan>
                                    <abbr>minor.</abbr>
                                 </choice>
                              </hi> T. III. pag.</hi>
						183</ref>
                     </bibl>.</p>
               </note>. Auch hat man, da im letzten bürgerli-<lb type="inWord"/>chen Schweizerkriege <hi rendition="#r">a.</hi>
               <date when="1712">1712</date> nach der Schlacht<lb/>bey <name type="place" ref="gettyid:1064494">Vilmergen</name> die Todten auf der Wahlstatt aus-<lb type="inWord"/>gezogen worden, eine unglaubliche Menge dersel-<lb type="inWord"/>ben gebrochen gefunden.</p>
            <p>Am allerhäufigsten habe ich das Uebel im <name type="place" ref="gettyid:7003752">
                  <hi rendition="#sw">in-<lb type="inWord"/>nern Roden</hi> des
						Appenzellerlandes</name> bemerkt; ei-<lb type="inWord"/>nem der
					sonderbarsten, aber nicht sehr bekannten<lb/>Schweizerländer, das sowohl wegen
					des romanti-<lb type="inWord"/>schen Ansehns seiner Gegenden, die einem mit
						tau-<lb type="inWord"/>senden von einzelnen Hütten übersäeten
					grünen<lb/>Teppiche gleichen, als wegen des ganz arcadischen<lb/>Lebens und des
					offnen Characters und der Gasco-<lb type="inWord"/>nischen Lebhaftigkeit seiner
					Einwohner merkwür-<lb type="inWord"/>dig ist.</p>
            <p>Und eben bey der einfachen Lebensart dieser<lb/>ehrlichen Aelpler lassen sich die
					Ursachen der bey<lb/>
               <pb n="727" facs="images/00000004.tif" xml:id="pb727_0001"/>ihnen so häufigen Brüche desto leichter und sicherer<lb/>ausfinden: und wie
					ich, – besonders nach der<lb/>Vergleichung mit andern Cantonen – glaube, vor-<lb type="inWord"/>züglich auf folgende fünfe zurückbringen.</p>
            <p>Die <hi rendition="#sw">erste</hi> ist wohl das sehr gewaltsame Ringen<lb/>und
					Schwingen und Kämpfen <choice>
                  <expan>und</expan>
                  <abbr>u.</abbr>
               </choice>
               <choice>
                  <expan>andere</expan>
                  <abbr>a.</abbr>
               </choice>
               <choice>
                  <expan>dergleichen</expan>
                  <abbr>dergl.</abbr>
               </choice> insge-<lb type="inWord"/>mein so sehr gepriesene athletische Uebungen
					ihrer<lb/>Jugend von 10 bis 15 Jahren: wodurch freylich,<lb/>so wie durch die
						<hi rendition="#sw">athletische</hi> Gymnastik der Alten,<lb/>der Körper
					stark und gelenk gemacht, aber auch<lb/>leicht durch den dabey unvermeidlichen
						heftigen<lb/>
               <hi rendition="#r">nixus</hi> oder einen zufälligen Stos etc.
					in die Wei-<lb type="inWord"/>chen, ein Bruch veranlaßt werden kan: und wie
					ich<lb/>sicher weis, bey den Appenzeller-Buben gar oft<lb/>veranlaßt wird.</p>
            <p>Die 2te ein andres eben so allgemeines aber noch<lb/>gefahrvolleres Wettspiel des
					erwachsenen Manns-<lb type="inWord"/>volkes, wobey zwey Spiele der Alten, −
					das<lb/>Springen unter schweren Lasten, und die Lacedä-<lb type="inWord"/>monische Discobolie – mit einander verbunden wer-<lb type="inWord"/>den,
					nemlich das sogenannte <hi rendition="#sw">Steinstoßen.</hi> Diese<lb/>Uebung
					besteht darin, daß sie schwere Steine, theils<lb/>von 80 und mehrern Pfunden in
					der aufgehobenen<lb/>rechten Hand auf die rechte Achsel legen, und dann<lb/>mit
					einem plötzlichen Sprunge oder Schwunge des<lb/>Körpers so weit als möglich
					wegwerfen.</p>
            <pb n="728" facs="images/00000005.tif" xml:id="pb728_0001"/>
            <p>3. Eben so gefährlich sind ihnen die eben so<lb/>gewaltsamen Efforts bey einigen
					ihrer Alpenarbei-<lb type="inWord"/>ten, zumal aber beym eintragen des Heues, da
					sie<lb/>wohl Bunde von 2 Centn. und drüber mit einer ge-<lb type="inWord"/>fährlichen Bewegung des Körpers sich aufladen<lb/>und forttragen. Sie binden
					nemlich den zusam-<lb type="inWord"/>mengelegten Haufen mit einem Stricke fest;
					legen<lb/>sich dann rücklings auf das Bund, fassen die En-<lb type="inWord"/>den
					des Stricks über die Schultern, werfen die<lb/>Beine erst hoch in die Luft, und
					stürzen sich dann<lb/>sogleich vorwärts auf ihre Kniee, so daß die
					ganze<lb/>Last Heu ihnen auf die Schultern und den Nacken<lb/>fällt, mit welcher
					sie dann aufstehen und fort-<lb type="inWord"/>laufen.</p>
            <p>Daß diese unnatürliche Leibesbewegung einen<lb/>Hauptanlaß zu den häufigen
					Brüchen der Appen-<lb type="inWord"/>zeller gebe, schließe ich unter andern auch
					daraus,<lb/>weil diese Schäden im <name type="place" ref="gettyid:7007353">Entlibuch</name>, dessen Einwoh-<lb type="inWord"/>ner übrigens in ihrem
					ganzen Naturell, Lebensart,<lb/>Arbeiten u. s. w. die größte Aehnlichkeit mit
					jenen<lb/>haben, doch ungleich seltner sind, wo man sich<lb/>zum Transport des
					Heues eines inventieusen leich-<lb type="inWord"/>ten kleinen Wagens mit zwey
					Rädergen bedient. –<lb/>Wie leicht aber schon durchs Kniefallen Leisten-<lb type="inWord"/>brüche entstehen können, beweißt das, jetzt frey-<lb type="inWord"/>lich bey vielen Truppen schon abgeschafte seltsame<lb/>
               <pb n="729" facs="images/00000006.tif" xml:id="pb729_0001"/>Manoeuvre des
					niederfallens beym Chargiren, das<lb/>bey manchen Infanterieregimentern fast
					eben so<lb/>viele Bruchbänder nöthig machte als bey denen von<lb/>der
					Cavallerie.</p>
            <p>4tens mag doch wohl sicher auch der lebenswie-<lb type="inWord"/>rige und
					unaufhörliche Genuß der meist sehr fet-<lb type="inWord"/>ten Milchspeisen<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb729_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">Ueber die bewundernswürdige
							Mannichfaltigkeit<lb/>derselben s. des <choice>
                        <expan>seeligen</expan>
                        <abbr>seel.</abbr>
                     </choice>
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:SCHNYDER1784a">
                           <choice>
                              <expan>Pfarrers</expan>
                              <abbr>Pf.</abbr>
                           </choice> Schnider systematische<lb/>Darstellung der
									Schweizerischen Milchspeisen; im<lb/>Schweizerischen Museum;
									2ten Jahrg. 2ten St.<lb/>1784. S. 133 u. f.</ref>
                     </bibl> – und
							schon des würdigen<lb/>
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:GESNER1541a">
                           <hi rendition="#sw">
                              <choice>
                                 <expan>Conrad</expan>
                                 <abbr>Conr.</abbr>
                              </choice> Gesner</hi>
                           <hi rendition="#r">
                              <hi rendition="#i">libellus de lacte et
											operibus lactariis.</hi>
                              <lb/>
                              <choice>
                                 <expan>Tiguri</expan>
                                 <abbr>Tigur.</abbr>
                              </choice>
                           </hi> 1541. 8</ref>
                     </bibl>.</p>
               </note>, und der
					Molken statt des<lb/>Getränkes dazu, zu Brüchen disponiren und
					ihre<lb/>Entstehung erleichtern. Eben auf den höhern <name type="place" ref="gettyid:7007746">Ap-<lb type="inWord"/>penzelleralpen</name> findet man
					bey manchem Sennen<lb/>nichts anders zu essen als alten Käse <hi rendition="#sw">als Käse</hi>
               <lb/>und frischen Käse <hi rendition="#sw">statt Brod</hi>
					dazu; besonders nem-<lb type="inWord"/>lich den sogenannten <hi rendition="#sw">Fetzen-Zieger,</hi> eins ihrer<lb/>gewöhnlichsten Surrogate des Brods, da
					nemlich<lb/>große Klumpen von dem übrig gebliebnen Zieger<lb/>(Matten) in ein
					Tuch geschlagen und über dem<lb/>Heerde geräuchert, und nachher so trocken
					zum<lb/>Käse gegessen werden. – Wahrscheinlich ist auch<lb/>die <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="lat">diaeta lactea</foreign>
               </hi> der
					Holländer eine Hauptursache der<lb/>ebenfalls bey ihnen bekanntlich so häufigen
					Brüche.</p>
            <pb n="730" facs="images/00000007.tif" xml:id="pb730_0001"/>
            <p>Und was endlich 5tens, jetzt wenigstens, wohl<lb/>als die wichtigste <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="lat">causa praedisponens</foreign>
               </hi>
					der Brüche<lb/>in der Schweiz angesehen werden muß, ist die,<lb/>durch alle vier
					vorhergehende Ursachen seit langen<lb/>Generationen präparirte <hi rendition="#sw">erbliche</hi> Disposition, –<lb/>von deren unläugbaren
					Zuverläßigkeit und Einfluß<lb/>ich täglich mehr überzeugt werde. <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/RichterA">Hr. Hofr. <hi rendition="#sw">Rich-<lb type="inWord"/>ter</hi>
               </persName> hat es in
					seinem Werke <title>von den Brüchen</title>
               <note type="editorial">
                  <bibl>
                     <ref target="ditavuri:jfb:RICHTER1778a">August
								Gottlieb Richter: <hi rendition="#i">Abhandlung von den
								Brüchen</hi>. 2 Bde. Göttingen: Dieterich,
						1778-1779</ref>
                  </bibl>.</note> durch<lb/>eigene ihm bekannte Beyspiele
					bestätigt, daß Brü-<lb type="inWord"/>che selbst in <hi rendition="#sw">einzelnen Familien</hi> erblich werden<lb/>können: wie viel mehr also in
					einem Lande wo der<lb/>Schade aus so mancherley und tief liegenden Ursa-<lb type="inWord"/>chen gleichsam endemisch worden ist. – Sind<lb/>doch Gicht
					und Schwindsucht und Gemüthskrank-<lb type="inWord"/>heiten und die rosenfarbnen
					Augen der weissen Moh-<lb type="inWord"/>ren etc. erblich, so gut wie
					Familienwuchs und Fa-<lb type="inWord"/>milien-Physiognomie; und können doch <hi rendition="#sw">Künste-<lb type="inWord"/>leyen</hi> am Körper, erzwungne
					Form der Schedel,<lb/>verkürzte Vorhaut u. dergl. endlich erblich
					werden;<lb/>warum also nicht auch <hi rendition="#sw">solche</hi> Gebrechen? –
					Ich<lb/>kenne einen Officier dem in seinen jüngern Jahren<lb/>der kleine Finger
					der rechten Hand zerhauen und<lb/>krum geheilt worden war; und dessen Kinder,
						bei-<lb type="inWord"/>den Geschlechts, den kleinen Finger derselben
					Hand<lb/>von Mutterleibe an ebenfalls krumm haben. –<lb/>Und sicher werden
					andere Fälle der Art nicht un-<lb type="inWord"/>erhört selten seyn; – und sie
					verdienten bekannter<lb/>
               <pb n="731" facs="images/00000008.tif" xml:id="pb731_0001"/>gemacht zu werden, da sie manches Licht zur Auf-<lb type="inWord"/>hellung des
					Zeugungsgeschäftes versprechen.</p>
            <p>Die <hi rendition="#sw">Behandlungsart</hi> der Brüche ist zwar jetzt<lb/>auch in
					der <name type="place" ref="gettyid:7011731">Schweiz</name> im ganzen genommen
					weit<lb/>Vernunft- und Kunst-mäsiger als vordem. Ich<lb/>habe selbst in den
					kleinen Cantonen ganz gute Bruch-<lb type="inWord"/>bänder gesehn, und nur
					selten gehört, daß Leute an<lb/>den Folgen ihres Schadens gestorben
					wären.<lb/>(– <hi rendition="#sw">vielleicht</hi> daß auch überhaupt Brüche
					aus<lb/>erblicher Erschlappung dem einklemmen nicht so<lb/>leicht ausgesetzt
					sind als andre –) Allein es ist viel-<lb type="inWord"/>leicht kein civilisirtes
					Land in der Welt, wo doch die<lb/>Medicinalverfassung, zumal auf dem Lande,
					schlechter<lb/>wäre als in der <name type="place" ref="gettyid:7011731">Schweiz</name>. – Eine unglückliche<lb/>Folge der sonst so gepriesenen
					Freyheit dieses glück-<lb type="inWord"/>lichen Landes. In Democratischen
					Cantonen ist<lb/>ohnehin auf keinen Schatten einer medicinischen<lb/>Policey zu
					rechnen: aber man weis aus <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/ZimmermannJ">Hrn. Hofr.<lb/>
                  <hi rendition="#sw">Zimmermann’s</hi>
               </persName> Schriften, aus <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/RahnJ">Hrn. Chorh.<lb/>
                  <hi rendition="#sw">Rahn’s</hi>
               </persName>
               <title>
                  <choice>
                     <expan>medicinischem</expan>
                     <abbr>medicin.</abbr>
                  </choice>
                  <choice>
                     <expan>Magazin</expan>
                     <abbr>Magaz.</abbr>
                  </choice>
               </title> u. s. w. wie schwer es<lb/>auch selbst in den
					aufgeklärtesten Aristokratischen<lb/>Cantonen hält, den Marktschreienden und
						Land-<lb type="inWord"/>streichenden Praktikern Einhalt zu thun. – Ich
						ha-<lb type="inWord"/>be selbst ihrer eine Schaar kennen gelernt, und
					ich<lb/>weis daß in dem gleichen Sommer, da ich in der<lb/>
               <name type="place" ref="gettyid:7011731">Schweiz</name> war, sich nur allein in <name type="place" ref="gettyid:7007280">Lucern</name> binnen 3<lb/>
               <pb n="732" facs="images/00000009.tif" xml:id="pb732_0001"/>Monaten nicht weniger als 18
					solche Quacksalber<lb/>eingefunden und eine Zeitlang aufgehalten hatten.<lb/>–
					Nun und da ist denn begreiflich wie mancher<lb/>Bruch auch durch solches
					Gesindel verpfuscht wer-<lb type="inWord"/>den muß<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb732_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">s.
									<bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:GEMMEDMAGAZIN1782a">Hrn. Chorh. <hi rendition="#sw">Rahn’s</hi>
                           <choice>
                              <expan>Magazin</expan>
                              <abbr>Magaz.</abbr>
                           </choice> 1 Jahrg. 6tes St.<lb/>S. 623 u. f.<note type="editorial">Die von Blumenbach referenzierte Textstelle
										befindet sich in den „Anekdoten“, die nach S. 712 fälschlich
										paginiert mit S. 619
						beginnen.</note>
                        </ref>
                     </bibl>
                  </p>
               </note>.</p>
            <ab type="typography">***</ab>
            <p>Das <hi rendition="#sw">Heimweh</hi> ist zwar keine einheimische<lb/>Krankheit zu
					nennen, da es vielmehr in der Frem-<lb type="inWord"/>de befällt und in der
					Heimat wieder vergeht.<lb/>Doch hier ein Wort davon, weil allerdings
					die<lb/>Schweizer häufiger als andre Menschen dieser Ge-<lb type="inWord"/>müthskrankheit ausgesetzt sind.</p>
            <p>Denn daß es eine wahre Gemüthskrankheit<lb/>sey, blos in den innern Sinnen und
					nicht, wie<lb/>der sonst verdiente <hi rendition="#sw">
                  <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/ScheuchzerJ">Scheuchzer</persName>
               </hi>
               <note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="**)">
                  <anchor xml:id="pb732_0003"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:SCHEUCHZER1746a">
                           <choice>
                              <expan>Naturgeschichte</expan>
                              <abbr>Naturgesch.</abbr>
                           </choice> des Schweizerlandes 1 Th. S. 86.<lb/>u. f. der <hi rendition="#sw">Sulzerschen</hi>
						Ausg.</ref>
                     </bibl>
                  </p>
               </note> wollte, im<lb/>Mangel der Bergluft etc. seinen
					Grund habe, ist<lb/>bey der mindesten Ueberlegung abzusehen. Es<lb/>giebt ganze
					Cantone der <name type="place" ref="gettyid:7011731">Schweiz</name>, und noch
					dazu<lb/>von den gebürgichsten, wie Z. B. <name type="place" ref="gettyid:7003747">Glarus</name>, dessen<lb/>Einwohner doch in der Fremde
					unerhört selten oder<lb/>nie vom Heimweh befallen werden; und das aus<lb/>
               <pb n="733" facs="images/00000010.tif" xml:id="pb733_0001"/>
               <hi rendition="#sw">dem</hi> Grunde, weil nun einmal das ganze Volk von<lb/>je her von
					Handelsgeist und Gewinnsucht beseelt<lb/>ist, und dieselbe <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="lat">auri sacra fames</foreign>
               </hi> welche sie in
					die<lb/>Fremde treibt, sie dann auch für dem Heimweh<lb/>bewahrt. So wie man
					daher die Appenzeller<lb/>ihrer drolligen Lebhaftigkeit wegen mit den Gasco-<lb type="inWord"/>niern vergleicht, so die Glarner mit einem
					gewissen<lb/>andern − handelnden in der Welt verstreutem −<lb/>Volke. Hundert
					Glarner laufen nach <name type="place" ref="gettyid:1000080">Italien</name>,<lb/>holen Nußbaumene Bretgen, und schiffen damit<lb/>nach <name type="place" ref="gettyid:7016845">Holland</name> u. s. w. verführen
					Schiefertafeln etc.<lb/>Kurz ihr ganzer <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="fre">Esprit du corps</foreign>
               </hi> geht auf
					kleinen<lb/>Erwerb mit Handel und Wandel. Bey ihnen ist<lb/>
               <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="lat">patria ubi bene est</foreign>,</hi> und <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="lat">bene</foreign>
               </hi> ist ihnen wo sie
					was<lb/>zu lucriren wissen; und da befällt sie denn auch<lb/>nicht die mindeste
					Anwandlung vom Heimweh! –<lb/>Man hat mir in <name type="place" ref="gettyid:7007366">Glarus</name> selbst von einem Glarner<lb/>erzählt,
					der mit Täfelgen nach <name type="place" ref="gettyid:7010273">Petersburg</name>
					gezogen<lb/>war, und da von ohngefähr gewahr wurde, daß<lb/>man die kleinen
					Spanischen Hündgen theuer be-<lb type="inWord"/>zahlte. Das war ihm genug gleich
					von <name type="place" ref="gettyid:7010273">Petersburg</name>
               <lb/>nach <name type="place" ref="gettyid:7010413">Madrit</name> zu laufen, Hündgen zu
					kaufen und<lb/>damit wieder von <name type="place" ref="gettyid:7010413">Madrit</name> nach <name type="place" ref="gettyid:7010273">Petersburg</name> und<lb/>dann mit seinem Profit in der Tasche von <name type="place" ref="gettyid:7010273">Peters-<lb type="inWord"/>burg</name>
					zurück nach <name type="place" ref="gettyid:7007366">Glarus</name>, wo ich noch
					einen Des-<lb type="inWord"/>cendenten eines seiner lucrativen Spanischen
						Hünd-<lb type="inWord"/>gen gesehen habe.</p>
            <pb n="734" facs="images/00000011.tif" xml:id="pb734_0001"/>
            <p>Hingegen ist kein Schweizervolk dem Heimweh<lb/>so leicht, und bis auf wenige
					Ausnahmen fast un-<lb type="inWord"/>ausbleiblich ausgesetzt, als die <hi rendition="#sw">catholischen</hi> Appen-<lb type="inWord"/>zeller: – ein
					bloses Hirtenvolk, das einzig von<lb/>seiner Viehzucht lebt, keine Manufacturen,
					keinen<lb/>auswärtigen Handel kennt, sondern nun einmal in<lb/>seine <name type="place" ref="gettyid:7007746">Alpen</name> wie eingepfercht ist. Wie
					gesagt, nicht<lb/>ohne Ausnahme, denn mein Wegweiser z. B. war<lb/>lange im
					7järigen Kriege im Französischen Dienst<lb/>in Deutschland gewesen: aber diese
					Ausnahmen<lb/>sind selten. – Selbst die Appenzeller <hi rendition="#sw">Kühe</hi> krie-<lb type="inWord"/>gen das Heimweh, wenn sie verführt
					werden: sie<lb/>sehnen sich auch bey dem besten Futter nach ihrem<lb/>Vaterlande
					und nach ihrer Freundschaft, so wie<lb/>sich ja sogar Fische sehnen wenn sie von
					ihren alten<lb/>Bekannten getrennt werden<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb734_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:ARDERON1747a">
                           <hi rendition="#r">
                              <hi rendition="#i">
                                 <choice>
                                    <expan>Philosophical</expan>
                                    <abbr>Philosoph.</abbr>
                                 </choice>
                                 <choice>
                                    <expan>Transactions</expan>
                                    <abbr>Transact.</abbr>
                                 </choice>
                              </hi> No.</hi>
					482</ref>
                     </bibl>.</p>
               </note>.</p>
            <p>Und so sind die Ursachen des Heimwehs über-<lb type="inWord"/>haupt gar leicht
					aufzufinden.</p>
            <p>Der <hi rendition="#sw">Zunder</hi> liegt schon in der, Menschen und<lb/>Thieren
					eingepflanzten Prädilection für ihr Vater-<lb type="inWord"/>land, in dem
					innern, stillen aber mächtigen Zuge<lb/>nach dem <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="lat">dulce natale solum</foreign>
               </hi> – der da macht<lb/>daß
					sich <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/Odysseus">Ulysses</persName> von der FeenInsel der <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/Calypso">Calypso</persName>
               <lb/>nach
					seinem kleinen <name type="place" ref="gettyid:1007519">Ithaca</name>, und der
					ehrliche <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/Sherasmin">She-<lb type="inWord"/>
                  <pb n="735" facs="images/00000012.tif" xml:id="pb735_0001"/>rasmin</persName> von den glücklichen Ufern des <name type="place" ref="gettyid:1123842">Euphrats<lb/>nach den Ufern seiner <name type="place" ref="gettyid:1124123">Garonne</name> sehnt. – Für<lb/>diesen Zunder
						brauchts keinen andern</name>
               <hi rendition="#sw">Funken,</hi>
               <lb/>als daß sich solche Menschen nur in einer
					Lage fin-<lb type="inWord"/>den, die gegen ihre vaterländische auf irgend
					eine<lb/>nachtheilige ihnen empfindliche Weise contrastirt,<lb/>so stoßen sie
					dann überall an, ziehen sich folglich<lb/>zurück, weiden sich in der Einsamkeit
					an der süs-<lb type="inWord"/>sen Rückerinnerung der geliebten
					vaterländischen<lb/>Bilder, die allgemach ihre ganze Phantasie füllen,<lb/>sie
					ganz fixiren; so erzeugt sich nagende Sehnsucht<lb/>– und unbefriedigte
					Sehnsucht geht leicht in<lb/>Schwehrmuth und diese oft plötzlich in eine
					besondre<lb/>Art Wahnsinn über, die denn auf die Lebenskräfte<lb/>eine eben so
					plötzliche sehr <hi rendition="#sw">sonderbare</hi> Würkung<lb/>äusert.</p>
            <p>Die fast unglaublich schnelle und leicht tödliche<lb/>äuserste Kraftlosigkeit
					nemlich, der schleunige Ver-<lb type="inWord"/>lust alles Appetits u. s. w. der
					sich beym heftigsten<lb/>Grad des <hi rendition="#sw">wahren</hi> Heimwehs
					zeigt, scheint ihm<lb/>einige Aehnlichkeit mit dem <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="lat">vulgo</foreign>
               </hi> sogenannten bös-<lb type="inWord"/>artigen Nervenfieber zu geben. – Allein es un-<lb type="inWord"/>terscheidet
					sich gar sehr von demselben durch die<lb/>eben so unglaublich schnelle <hi rendition="#sw">Erholung,</hi> da man<lb/>nemlich weis, daß Menschen, die
					aus unbefriedig-<lb type="inWord"/>ten Heimweh dem Tode nahe gewesen sind,
						kein<lb/>
               <pb n="736" facs="images/00000013.tif" xml:id="pb736_0001"/>Glied
					rühren konnten, Sprachlos im Bette lagen<lb/>u. s. w. in Zeit von wenigen
					Stunden, nachdem<lb/>ihnen nur Hoffnung gemacht war, ihren Wunsch<lb/>bald
					erfüllt zu sehen, mit der Munterkeit des fri-<lb type="inWord"/>schesten und
					gesundesten umhergesprungen sind.</p>
            <p>Es scheint, daß in diesen Fällen und in vielen<lb/>verwandten Gemüthskrankheiten,
					selbst in der Ra-<lb type="inWord"/>serey, die Kräfte und Verrichtungen des
						körperli-<lb type="inWord"/>chen Lebens nicht sowol so wie in andern
						Krank-<lb type="inWord"/>heiten würklich untergraben, zerrüttet, zerstört;
					–<lb/>sondern gleichsam blos <hi rendition="#sw">suspendirt</hi> sind; und,
					wie<lb/>ein aufgezogenes Uhrwerk, dem man das nur für<lb/>eine Zeitlang
					abgenommene Gewicht wieder an-<lb type="inWord"/>hängt, gleich wieder in ihrem
					behörigen Gange<lb/>fortfahren können, sobald nur die bis dahin von
					einer<lb/>einzigen Lieblingsvorstellung besessene Seele wieder<lb/>zur
					Besonnenheit gelangt. – Ich habe einen Men-<lb type="inWord"/>schen gesehn, der
					in Anfällen des Wahnsinns Viertel-<lb type="inWord"/>stunden lang mit offnen
					Augen in die brennende Son-<lb type="inWord"/>ne am blauen Himmel stierte, und
					doch, wenn<lb/>seine Anfälle vorüber waren, so wie noch jetzt da<lb/>er völlig
					genesen, die schärfsten Falkenaugen von<lb/>der Welt behalten hat. – So können
						Wahnsin-<lb type="inWord"/>nige so unglaublich lange fasten, so
					unbegreifliche<lb/>Kälte ausdauren u. s. w. Es ist als ob ihr Körper<lb/>während
					dieser Abwesenheit ihres Geistes nicht die<lb/>
               <pb n="737" facs="images/00000014.tif" xml:id="pb737_0001"/>gleiche Maschine wie sonst wäre:
					so können sie sich oft<lb/>alles dessen was in einer solcher Zwischenzeit, die
					sie<lb/>doch wachend und handelnd zugebracht, mit ihnen<lb/>vorgegangen ist, so
					schlechterdings nicht erinnern,<lb/>als ob sie dieselbe nicht gelebt hätten u.
					s. w.</p>
            <p>Der obgedachte Anlaß zum Heimweh muß nun<lb/>um so schneller und um so heftiger
					würken, je grös-<lb type="inWord"/>ser und auffallender solche Ausländer den
					Abstand<lb/>des Clima, der Gegenden, der Lebensart, der Re-<lb type="inWord"/>gierungsform, der Sprache, Diät, Tracht etc. des<lb/>fremden Landes, worin sie
					sich aufhalten, gegen die<lb/>in ihrer Heimat finden: − und so begreift sich
					leicht<lb/>schon <hi rendition="#r">a priori</hi>, <hi rendition="#sw">welche</hi> Nationen und <hi rendition="#sw">wo</hi> sie am<lb/>leichtesten
					dem Heimweh ausgesetzt seyn müssen: −<lb/>und wie von der andern Seite dieses
					Unbehagen in<lb/>einer ungewohnten<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb737_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:HALLER1774c">Hr. <hi rendition="#sw">
                              <choice>
                                 <expan>von</expan>
                                 <abbr>v.</abbr>
                              </choice> Haller</hi> in der Yverduner <choice>
                              <expan>Encyclopédie</expan>
                              <abbr>Encyclop.</abbr>
                           </choice>
                           <hi rendition="#r">T. XXX.</hi>
                           <lb/>S. 519 u.
							f.</ref>
                     </bibl>
                  </p>
               </note> Lage so weit gehen kan, daß<lb/>Leute, nicht
					etwa in fremden Lande, sondern so-<lb type="inWord"/>bald sie nur auch in einer
					noch so kleinen Entfer-<lb type="inWord"/>nung von ihren väterlichen Penaten
					getrennt sind,<lb/>mit einem wahren Heimweh befallen werden kön-<lb type="inWord"/>nen. So können Schweizer im Herzen der <name type="place" ref="gettyid:7011731">Schweiz</name>
               <lb/>Heimweh kriegen<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="**)">
                  <anchor xml:id="pb737_0003"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:ZIMMERMANN1763a">Hr.
									Hofr. <hi rendition="#sw">Zimmermann</hi> von der Erfahrung in der<lb/>
                           <choice>
                              <expan>Arzneykunst</expan>
                              <abbr>A. K.</abbr>
                           </choice> S. 674 u. f.</ref>
                     </bibl>
                  </p>
               </note>.</p>
            <pb n="738" facs="images/00000015.tif" xml:id="pb738_0001"/>
            <p>Ich habe bey meinem nunmehr verstorbnen wer-<lb type="inWord"/>then Freunde, dem
					verdienstvollen <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/SchnyderJX">Pf.
							<hi rendition="#sw">Schnider<lb/>von Wartensee</hi>
               </persName> zu <name type="place" ref="gettyid:7007464">Schüpfen</name> im <name type="place" ref="gettyid:7007353">Entlibuch</name> einen<lb/>Menschen gesehn, den er im
					Dienst hatte, und der<lb/>vom wahren Heimweh befallen wurde, sobald er<lb/>nur
					nach <name type="place" ref="gettyid:7007280">Lucern</name> oder sonst ein paar
					Meilen weit<lb/>von seiner Heimat verschickt ward. Er expedirte<lb/>dann sein
					Geschäfte mit einer ängstlichen Eile als<lb/>ob er von einem bösen Geiste
					getrieben würde, und<lb/>wenn ihn der Pfarrer etwa den folgenden
					Mittag<lb/>zurück erwartete, so war er meist schon denselbigen<lb/>Abend wieder
					daheim.</p>
            <p>Am heftigsten muß freylich diese Heimsucht<lb/>würken, wenn sich solche Menschen
					isolirt und un-<lb type="inWord"/>beschäftigt finden. Denn unter Landsleuten,
						fol-<lb type="inWord"/>gends bey ihren auch zu Hause gewohnten Geschäf-<lb type="inWord"/>ten, können sich die Schweizer auch unter jedem noch<lb/>so
					fremden Himmel wohl befinden. Von den glei-<lb type="inWord"/>chen Entlibuchern
					war vor einigen Jahren ein ganzer<lb/>Haufe nach <name type="place" ref="gettyid:7008038">Paris</name> verschrieben, wo damals eine<lb/>große
					Schweizer-Sennerey angelegt wurde. So<lb/>lange diese Leute beysammen und mit
					ihrer sonsti-<lb type="inWord"/>gen Viehzucht und Milcharbeiten beschäftigt
						wa-<lb type="inWord"/>ren, kam keinem das Heimweh in Sinn: – Aber<lb/>wohl,
					sobald die Schweizerey und mit ihr ihre<lb/>Arbeit ins stecken und sie dadurch
					in Langeweile<lb/>und Verdruß geriethen.</p>
            <pb n="739" facs="images/00000016.tif" xml:id="pb739_0001"/>
            <p>Im Durchschnitt scheinen überhaupt, <hi rendition="#r">
                  <foreign xml:lang="lat">ceteris<lb/>paribus</foreign>
               </hi>, die Nordländer und die aus
					gebürgichten<lb/>Gegenden dem Heimweh weit leichter unterworfen<lb/>als die aus
					warmen Erdstrichen oder vom flachen<lb/>Lande. Der Grund liegt vielleicht darin,
					daß jene<lb/>ihre sich so auszeichnenden Alpengegenden, ihre<lb/>ewigen
					Schneeberge, und dann die in solchen Län-<lb type="inWord"/>dern meist
					einheimische Simplicität der Sitten<lb/>u. s. w. am leichtesten anderwärts
					vermissen.</p>
            <p>Daher ist auch nächst den Schweizern vielleicht<lb/>kein andres Volk dem Heimweh
					so unterworfen,<lb/>als die Lappländer. – Die Geschichte des bra-<lb type="inWord"/>ven Lappen ist bekannt der unter <hi rendition="#sw">
                  <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/KoenigGustavAdolf">Gustav Adolph</persName>
               </hi>
               <lb/>diente, sich immer tapfer hielt, zum
					Rittmeister<lb/>stieg – aber – mit einmal da es ihn heimelte<lb/>wieder nach
						<name type="place" ref="gettyid:7010028">Lappland</name> lief und da sein
					Leben lieber<lb/>unter seinen nomadischen Landsleuten und bey sei-<lb type="inWord"/>nen Rennthieren als auf dem Bette der Ehren be-<lb type="inWord"/>schließen wollte<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb739_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:HOEGSTROEM1748a">
                           <hi rendition="#sw">Högstrom’s</hi>
                           <choice>
                              <expan>Beschreibung</expan>
                              <abbr>Beschr.</abbr>
                           </choice> des <choice>
                              <expan>Schwedischen</expan>
                              <abbr>Schwed.</abbr>
                           </choice> Lapplands<lb/>S. 128</ref>
                     </bibl>.</p>
               </note>. Völlig
					wie der Hottentottische<lb/>Pflegsohn des Holländischen Gouverneur am <name type="place" ref="gettyid:7000877">Cap</name>,<lb/>den <hi rendition="#sw">
                  <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/RousseauJ">Rousseau</persName>
               </hi> verewigt hat<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="**)">
                  <anchor xml:id="pb739_0003"/>
                  <p rendition="#indent-1">s. das <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:ROUSSEAU1762a">Titelkupfer zum <hi rendition="#i #r">
                              <choice>
                                 <expan>Discours</expan>
                                 <abbr>Disc.</abbr>
                              </choice> sur l’origine de l’in-<lb type="inWord"/>égalité
										parmi les hommes</hi>
                        </ref>
                     </bibl>
                     <hi rendition="#i #r">.</hi>
                  </p>
               </note>. – Der <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/KoenigGustav">König<lb/>
                  <pb n="740" facs="images/00000017.tif" xml:id="pb740_0001"/>von Schweden</persName>
					schickte vor ein paar Jahren einige<lb/>Rennthiere unter der Aufsicht etlicher
					Lappländer<lb/>an den <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/KoenigKarl">König von
						Spanien</persName>. So lange jene Thiere<lb/>lebten, fanden sich auch die
					Lappen in <name type="place" ref="gettyid:7010413">Madrit</name> so<lb/>gut als
					jene Entlibucher in <name type="place" ref="gettyid:7008038">Paris</name>. So
					wie die<lb/>Thiere aber starben, so zeugte ihr Verlust und der<lb/>Mangel an
					Geschäften auch bey diesen ihren Lands-<lb type="inWord"/>leuten erst
					Langeweile, und diese dann Schwehr-<lb type="inWord"/>muth und Heimweh, das
					ihnen eben so tödlich ge-<lb type="inWord"/>wesen seyn würde wenn sie nicht
					gleich in ihr Va-<lb type="inWord"/>terland zurück geschickt worden wären.</p>
            <p>Fast das gleiche wiederfuhr den Grönländern<lb/>die <hi rendition="#r">a.</hi>
               <date when="1636">1636</date> nach <name type="place" ref="gettyid:7003474">Coppenhagen</name> gebracht waren,<lb/>und die theils den Tod fanden, da
					sie aus verzwei-<lb type="inWord"/>flungsvoller Sehnsucht in ihren kleinen
					Kajacks ein-<lb type="inWord"/>zeln nach <name type="place" ref="gettyid:8724947">Amerika</name> zurückzurudern unternahmen,<lb/>die
					übrigen aber alle am wahren Heimweh starben<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb740_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:OLEARIUS1663a">
                           <hi rendition="#sw">Olearii</hi>
                           <choice>
                              <expan>Moscovitische</expan>
                              <abbr>Moscovit.</abbr>
                           </choice> und <choice>
                              <expan>Persianische</expan>
                              <abbr>Persian.</abbr>
                           </choice>
                           <choice>
                              <expan>Reisebeschreibung</expan>
                              <abbr>Reisebeschr.</abbr>
                           </choice> S. 167<lb/>der Ausg. v.
					1663</ref>
                     </bibl>.</p>
               </note>.</p>
            <p>Eben daher erklärt sich auch das Heimweh das oft<lb/>in aller seiner furchtbaren
					Heftigkeit die Waldecker<lb/>befällt, wenn sie aus ihrem hochliegenden Lande
					in<lb/>flaches, z. E. in holländische Kriegsdienste versetzt<lb/>werden, wovon
					ich anderwärts besondre Umstände<lb/>angegeben habe<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="**)">
                  <anchor xml:id="pb740_0003"/>
                  <p rendition="#indent-1">In
									<bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:BLUMENBACH1778a">Hrn.
									Hofr. <hi rendition="#sw">Schlözer’s</hi> Briefwechsel <hi rendition="#r">III</hi> Th.<lb/>1778. S. 230 u.
								f.</ref>
                     </bibl>
                  </p>
               </note>.</p>
            <pb n="741" facs="images/00000018.tif" xml:id="pb741_0001"/>
            <p>Andre Beyspiele aus bergichten Gegenden, zu-<lb type="inWord"/>mal von
						Thüringern<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb741_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:TACKIUS1707a">
                           <hi rendition="#r">
                              <hi rendition="#smcap">
                                 <choice>
                                    <expan>Eberhardi</expan>
                                    <abbr>Eberh.</abbr>
                                 </choice> tackii</hi>
                              <hi rendition="#i">
                                 <choice>
                                    <expan>dissertatio</expan>
                                    <abbr>diss.</abbr>
                                 </choice> exhibens aegrum nostalgia labo-<lb type="inWord"/>rantem.</hi>
                              <choice>
                                 <expan>Giessae</expan>
                                 <abbr>Giess.</abbr>
                              </choice>
                           </hi> 1707</ref>
                     </bibl>.</p>
               </note>, Ungarn<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="**)">
                  <anchor xml:id="pb741_0003"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:BRESLSAMMLUNG1718b">
                           <choice>
                              <expan>Breslauer</expan>
                              <abbr>Bresl.</abbr>
                           </choice>
                           <choice>
                              <expan>Sammlung</expan>
                              <abbr>Samml.</abbr>
                           </choice>
                           <hi rendition="#r">III</hi> Vers. 1718. S. 832 u.
								f.</ref>
                     </bibl>
                  </p>
               </note> etc. sind theils<lb/>bey den Observatoren
					angemerkt, und mir selbst<lb/>noch andre theils tödlich wordne Fälle davon
						be-<lb type="inWord"/>kannt.</p>
            <p>Was man von der Würkung des <hi rendition="#sw">Kuh-reihen</hi>
               <note type="editorial">Gattung von Hirtenliedern. S. Max Peter Baumann:
						„Kuhreihen“. In: <hi rendition="#i">Historisches Lexikon der Schweiz</hi>
						(HLS), Version vom 30.11.2011. Online:
						https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011889/2011-11-30/.</note>
               <lb/>zur
					Erweckung des Heimwehs sagt, hat allerdings<lb/>einigen Grund und giebt ein
					merkwürdiges Ber-<lb type="inWord"/>spiel zu des frommen <hi rendition="#sw">
                  <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/HartleyD">Hartley’s</persName>
               </hi> nicht gar from-<lb type="inWord"/>men
					Associations-System. Jene einfache melodi-<lb type="inWord"/>sche Musik muß
					natürlicher Weise bey Schweizern<lb/>die Bilder und Scenen zurückrufen, wo sie
					dieselbe<lb/>ehedem im Schoos ihrer Heimat, auf grünen Al-<lb type="inWord"/>pen, bey einem patriarchalischen Mahl, und unter<lb/>andern solchen reizenden
					Umständen gehört haben;<lb/>und so kan sie mit gleichem Zauber auf Schweizer
					−<lb/>wenn folgends ohnehin schon der Funke der Sehn-<lb type="inWord"/>sucht
					nach dem Vaterlande bey ihnen glimmt, – wie<lb/>etwa der Fantango auf Portugisen
					und Spanier<lb/>würken.</p>
            <p>Nur was von dem strengen Verboth insgemein<lb/>gesagt wird, da es bey auswärtigen
						Schweizerre-<lb type="inWord"/>gimentern bey Lebensstrafe untersagt sey den
						Kuh-<lb type="inWord"/>
               <pb n="742" facs="images/00000019.tif" xml:id="pb742_0001"/>reihen zu pfeifen etc. muß wenigstens nicht allge-<lb type="inWord"/>mein wahr seyn. Im Gegentheil versichert mich<lb/>ein
					Schweizerofficier in Holländischen Diensten,<lb/>daß man zu einer Feldmusik
					seines Regiments einen<lb/>Kuhreihen zum Thema genommen.</p>
            <p>Auch giebts dieser Reihen gar vielerley: fast<lb/>in jedem Canton einen andern;
					und in manchen ih-<lb type="inWord"/>rer mehrere. Einen <choice>
                  <expan>dergleichen</expan>
                  <abbr>dergl.</abbr>
               </choice> hat der <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/ZwingerT">jüngere <hi rendition="#sw">Zwin-<lb type="inWord"/>ger</hi>
               </persName> in
					Noten geliefert<note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="*)">
                  <anchor xml:id="pb742_0002"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:HOFER1710a">
                           <hi rendition="#i #r">
                              <choice>
                                 <expan>Dissertatio</expan>
                                 <abbr>Diss.</abbr>
                              </choice> de pothopatridalgia</hi> im <hi rendition="#r">
                              <hi rendition="#i">
                                 <choice>
                                    <expan>Fasciculus</expan>
                                    <abbr>Fascic.</abbr>
                                 </choice>
                                 <choice>
                                    <expan>dissertationum</expan>
                                    <abbr>dissert.</abbr>
                                 </choice>
                                 <choice>
                                    <expan>medicarum</expan>
                                    <abbr>medicar.</abbr>
                                 </choice>
                                 <lb/>
                                 <choice>
                                    <expan>selectiorum</expan>
                                    <abbr>selectior.</abbr>
                                 </choice>
                              </hi>
                              <choice>
                                 <expan>Basileae</expan>
                                 <abbr>Basil.</abbr>
                              </choice>
                           </hi> 1710. 8. S. 102 u. f.</ref>
                     </bibl> Dieß ist
							die<lb/>vollständigste Ausgabe dieser <choice>
                        <expan>Dissertation</expan>
                        <abbr>Dissert.</abbr>
                     </choice> die auch bald<lb/>unter des <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/HarderJ">
                        <hi rendition="#r">
                           <choice>
                              <expan>Praeses</expan>
                              <abbr>Praes.</abbr>
                           </choice>
                        </hi>
                        <hi rendition="#sw">Harder</hi>
                     </persName>
                     <hi rendition="#sw">,</hi>
							und bald unter des <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/HoferJ">
                        <hi rendition="#r">
                           <choice>
                              <expan>Respondenten</expan>
                              <abbr>Resp.</abbr>
                           </choice>
                        </hi>
                        <lb/>
                        <hi rendition="#sw">Hofer</hi>
                     </persName>
							Namen angeführt wird.</p>
               </note>: einen andern <hi rendition="#sw">
                  <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/CappellerM">Capel-<lb type="inWord"/>ler</persName>
               </hi>
               <note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="**)">
                  <anchor xml:id="pb742_0003"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:CAPPELLER1767a">
                           <hi rendition="#r">
                              <hi rendition="#i">Pilati montis <choice>
                                    <expan>historia</expan>
                                    <abbr>hist.</abbr>
                                 </choice>
                              </hi> pag.</hi> 29</ref>
                     </bibl>.</p>
               </note>,
					der eine Frau kannte, die in der Schweiz<lb/>selbst, so oft sie den Kuhreihen
					hörte, bitterlich<lb/>weinen mußte: einen dritten <hi rendition="#sw">
                  <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/RousseauJ">Rousseau</persName>
               </hi>
               <note type="original"
                     resp="#JFB"
                     place="bottom"
                     anchored="true"
                     n="***)">
                  <anchor xml:id="pb742_0004"/>
                  <p rendition="#indent-1">
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:ROUSSEAU1782d">
                           <hi rendition="#r">
                              <hi rendition="#i">
                                 <choice>
                                    <expan>Dictionnaire</expan>
                                    <abbr>Dictionn.</abbr>
                                 </choice> de Musique</hi> art. <hi rendition="#smcap">Musique</hi>.</hi>
                        </ref>
                     </bibl>
                     <note type="editorial">S. 431-446</note>
                  </p>
               </note>: und<lb/>ich habe auser diesen ein
					paar noch andre mitge-<lb type="inWord"/>bracht. Alle haben etwas ganz eignes
					überaus sim-<lb type="inWord"/>ples, einnehmendes und fast schwehrmüthiges.
					–<lb/>Und doch ist der, den man für dem expressivsten<lb/>von allen hält, der
					Appenzeller nemlich, wiederum<lb/>ganz anders, und gar nicht recht in Noten zu
						set-<lb type="inWord"/>zen. Auch wird er nicht wie die übrigen mit
					dem<lb/>Alp-Horn geblasen, – als welches überhaupt die<lb/>Appenzeller Sennen
					nicht haben, – sondern blos<lb/>
               <hi rendition="#sw">gesungen.</hi> Die Sätze
					wechseln mit einem bestän-<lb type="inWord"/>digen <foreign xml:lang="ita">Ritornello</foreign> von hellen jauchzen. Er kommt<lb/>aber jetzt in
					Abnahme, so daß nur noch wenige,<lb/>deshalb berühmte, Hirten ihn recht
					vollkommen<lb/>singen können.</p>
            <closer rendition="#right">
               <persName rendition="#sw"
                         ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/BlumenbachJ">
                  <choice>
                     <expan>Johann</expan>
                     <abbr>J.</abbr>
                  </choice>
                  <choice>
                     <expan>Friedrich</expan>
                     <abbr>F.</abbr>
                  </choice>
                  <choice>
                     <expan>Blumenbach</expan>
                     <abbr>B.</abbr>
                  </choice>
               </persName>
            </closer>
            <milestone rendition="#hls" unit="section"/>
         </div1>
         <pb n="[I]" facs="images/00000020.tif" xml:id="pbI_0001"/>
         <pb n="[II]" facs="images/00000021.tif" xml:id="pbII_0001"/>
      </body>
   </text>
</TEI>
