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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:lang="de-DE"><text xml:id="blume_000890" xml:lang="ger"><body><div1><div2 n="2">
               <head rendition="#center">2) Beobachtungen an einem lebendigen<lb />Beutelthier
							(<hi rendition="#r">
                     <foreign xml:lang="lat">Didelphis marsupia-<lb type="inWord" />lis</foreign>
                  </hi>.)</head>
               <p>Seit einigen Monaten bin ich im Besitze die-<lb type="inWord" />ses <quote xml:lang="eng">
                     <hi rendition="#r">wonder of all the
							Land-animals</hi>
                  </quote>
                  <note type="editorial">Originalzitat: <quote xml:lang="eng">“[The <hi rendition="#i">Possum</hi> is found no
								where but in <hi rendition="#i">America</hi>. He is the] Wonder of
								all the Land-Animals[, being the size of a Badger, and near that
								Colour.]”</quote>
                     <bibl>
                        <ref target="ditavuri:jfb:LAWSON1709a">John
									Lawson: <hi rendition="#i">A New Voyage To Carolina</hi>. London
									1709. S. 120.</ref>
                     </bibl>
                  </note> wie<lb />es <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/LawsonJ">Lawson</persName> nennt,
						das ich der Güte eines mei-<lb type="inWord" />ner Amerikanischen Freunde,
						des <persName ref="http://uri.gbv.de/terminology/jfbo_person/TidymanP">Hrn. Dr. <hi rendition="#wide">Tidy-<lb type="inWord" />man</hi>
                  </persName> zu
							<name type="place" ref="gettyid:7013582">Charleston</name> in <name type="place" ref="gettyid:7007712">Süd-Carolina</name> verdanke.<note type="editorial">Zur Ankündigung der Sendung des lebenden Opossums und
							dessen Ankunft im Sommer 1801 vgl. den Brief von Johann Friedrich
							Blumenbach an Georg August Ebell vom 16. Juli 1801, Frank William Peter
							Dougherty: <hi rendition="#i">The correspondence of Johann Friedrich
								Blumenbach</hi>. Rev., augm. and ed. by Norbert Klatt. Bd. VI.
							Göttingen: Klatt, 2015. S. 76-78, Nr. 1410. Das Tier starb nach 18
							Monaten, vgl. Johann Friedrich Blumenbachs Brief an Philip Tidyman vom
							10. April 1803, ebenda, S. 290-292, Nr. 1578.</note>
               </p>
               <p>Es hat die Größe einer mittelmäßigen Katze.<lb />Die Form des Kopfs wie beym
						Fuchs, doch die lange<lb />Schnauze und die nackte fleischfarbene fast
						Rüßelartig<lb />aufgeworfene Nase, ohngefähr wie an einem Ferkel.<lb />Die
						Oeffnung des Rachens sehr weit; der Unter-<lb type="inWord" />kiefer merklich
						kürzer als der obere; und die obern<lb />Eckzähne auch bey geschloßnem Maule
						sichtbar.<lb />Der Kopf ist weiß, hat nur einen schwachen<lb />schwärzlichen
						Strich längs der Stirne, und eben<lb />so schwärzlich ist die Stelle vor den
						vordern<lb />Augenwinkeln nach der Schnauze zu. Zu beiden<lb />Seiten
						derselben und besonders an den Backen,<lb />stehen zahlreiche lange
						Barthaare. Die Augäpfel<lb />sind klein, aber ihre Hornhaut nach
						Verhältnis<lb />sehr groß und starkgewölbt so daß fast nichts vom<lb />Weißen
						im Auge zu sehen ist, was dann dem<lb />Thier bey der schwarzbraunen Farbe
						des Aug-<lb type="inWord" />
                  </p></div2></div1></body></text></TEI>
